Kunst und Klima

In der Regel neigen wir Menschen dazu uns erst dann mit etwas auseinanderzusetzen, wenn wir davon betroffen sind. Nun ist es so, dass wir uns gerade in einer Zeit befinden, in der die Veränderungen des Klimas immer deutlicher zu spüren sein werden. Nicht nur wird es unter anderem immer wärmer, auch der Meeresspiegel steigt immer weiter und auch Extremwetterphänomene nehmen zu. Dieser Klimawandel, der größtenteils auf menschgemachte Treibhausgaskonzentrationen zurückzuführen ist, hat und wird noch weitreichende Konsequenzen für unser zukünftiges Leben haben.

Wir Menschen sind vom Klima abhängig. Wir brauchen, um zu überleben, stabile und günstige Verhältnisse, um beispielsweise Landwirtschaft ertragreich betreiben sowie um gesund leben zu können und von Naturkatastrophen verschont zu bleiben. Umso erstaunlicher ist es, wie beinahe sorglos die Natur lange Zeit ausgebeutet, verschmutzt und zerstört wurde – und leider immer noch wird. Der Mensch ist also nicht nur auf das Klima und die Natur angewiesen, sondern er beeinflusst und verändert sie auch.

Diese Wirkmacht des Menschen ist im Alltag auch ganz plastisch beispielsweise am überall in der Natur herumliegenden bzw. in Gewässern schwimmenden Müll festzustellen. Mit der Thematik Müll hat sich in den 1970er Jahren bereits die Künstlerin Mierle Laderman Ukeles auseinandergesetzt. So hat sie in New York für ihr Projekt Touch Sanitation Müllwerkern die Hände geschüttelt und sich für deren Arbeit bedankt. Sie wollte damit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Tatsache lenken, dass es Menschen waren, die New York lebenswert hielten, da weggeworfener Müll nicht einfach von alleine verschwindet.

Auch andere Kunstschaffende verarbeiten und lenken so die Aufmerksamkeit auf Umweltproblematiken und Auswirkungen des Klimawandels: So beispielsweise Tara Donovans Installation Untitled (Styrofoam Cups) oder HeHes (Helen Evans & Heiko Hansen) Projekt Nuage Vert. Bei letzterem wurde 2008 in Helsinki der Dampf eines Kraftwerks mithilfe eines Lasers grün angestrahlt. In einer gemeinsamen Öffentlichkeitsaktion, konnte zu einer bestimmten Zeit aufgrund des grünen Lichts beobachtet werden, dass das kurzzeitige Abschalten elektrischer Geräte zu einer Vergrößerung der Wolke führte.

Doch nicht nur einzelne Künstler*innen widmen sich aktuellen Umweltproblemen sowie den Folgen des Klimawandels, sondern auch ganze Ausstellungen wie Carnaby x Project Zero in London oder Groundworks in Pittsburgh. Bei der Ausstellung Groundworks zeigte so beispielsweise die indische Künstlerin Navjot Altaf eine Videoinstallation namens Water Water, die von ihrem Projekt handelte, Wasserpumpen in einer Stadt in Zentralindien aufzustellen.

Kunstschaffende setzen sich also nicht erst seit gestern auf vielfältige Weise mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur, den Klimaveränderungen sowie Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung auseinander. Die Grenzen zwischen Aktivismus, praktischen Problemlösungen sowie ästhetischer Verarbeitung werden dabei immer wieder aufgehoben. Gemein ist den Arbeiten, dass sich darin die in der Realität zugrundeliegenden Auswirkungen des Klimawandels widerspiegeln und auf Umweltproblematiken aufmerksam gemacht wird.

Die im Text genannten Beispiele finden sich zum Weiterlesen auf folgenden Internetseiten:

Wer sich für weitere Beispiele interessiert findet eine gute Demonstration der Vielfältigkeit der künstlerischen Arbeiten unter https://www.ecoartdatabase.org/en/showcase/  oder auch https://www.dazeddigital.com/art-photography/article/46719/1/the-artist-activists-who-predicted-the-climate-crisis.

Verwendete Quellen: